Hochzeit
Am 28.04.06 war es so weit, nach 6 monatiger Planung haben wir uns getraut. Nach 7 Jahren glücklicher und harmonischer Zweisamkeit, habe ich am Ende unseres 10 tätigen Urlaubs in Ägypten / El Gouna – am letzten Abend – 5 Std. vor Abflug bei Gisela um ihre Hand angehalten. Es war der 20.10.2005 und ich quälte mich bereits seit Tagen, NEIN Wochen, NEIN Monaten damit – wenn nicht jetzt, wann dann – tu es ! … ähm ja also … es war sehr romantisch! (Sie: Naja, ich habe gemütlich auf einer von zwei Liegen gelegen und sternenklare Nacht betrachtet, während Thomas eine ¾ Stunde auf den harten Fliesen neben mir gehockt ist und fast gar nix gesagt hat.)
Eigentlich war Ihre Aussage mehr “wenn Du noch länger so rumdrückst und nicht sofort sagst was los ist, PRÜGEL ICH ES AUS DIR RAUS!!!”. Nun gut – nachdem es mir weder gelungen war, einen Ring zu organisieren (die ägyptischen Juweliere konnten letztendlich mein Vertrauen doch nicht gewinnen), noch eine Alternative dazu, musste eine einfache weiße Bougainvillea-Blüte als Ringersatz und Verlobungsversprechen herhalten. Sie erfüllte Ihren Zweck und wird seitdem gut aufbewahrt. Auch wenn ich gerade nicht mit Sicherheit sagen könnte in welchem der 58ig Bücher wir sie gepresst haben
(Sie: Ich weiß genau wo sie ist!)
Die Vorbereitungen nahmen fast jeden unserer freien Tage in Anspruch – Location suchen, mit Menü und Getränkeselektion, Angebote checken, wieder hinfahren, Nachverhandeln – DJ-Suche ( check the Link ) – Einladungskarten definieren etc etc etc. Uns wurde jedenfalls nicht langweilig und wir suchen jetzt nach neuen Zielen
.
Als im Vorfeld dann von den ursprünglich 120 geladenen Gästen und den 90 Zusagen noch einige kurzfristig absprangen, tat uns jede einzelne Absage weh. Es sollte sich dennoch als recht mächtiger Event herausstellen.
Die Tage zuvor waren eigentlich relativ relaxt, zwar sahen wir das Ereignis auf uns zukommen, waren uns aber den guten Vorbereitungen relativ sicher. Die Tatsache vor der „versammelten Mannschaft“ einige Worte sprechen zu „dürfen“, verlieh mir das Gefühl einer 10 stündigen Achterbahnfahrt. Poolposition lost – sozusagen. Ohne viele Worte, das schreiben meiner „Rede“ hat einige Stunden in Anspruch genommen, einen kleinen Baum Papier gekostet, und die Druckerpatrone war danach auch leer. Am Ende haben wir den emotionalen Part auf ein Minimum reduziert. Ich war nicht mal in der Lage das ganze einfach nur durchzulesen ohne einen riesigen Kloß im Hals. Vor 80 Leuten? Das ging gar nicht!…. das Feedback am Ende war ok
ich denke ich kann ganz zufrieden sein. (Sie: Ich bin sooo stolz auf Dich!)
Der Tag der Trauung begann eigentlich recht relaxt. Der Termin war erst gegen 11.30, unsere Eltern sollten bei uns vorbei kommen. Bis dahin nichts Unerwartetes und die klassische Vorgehensweise. Wobei…, als der Typ (Standesbeamte) mit Unterhaltspflichten und so angefangen hat, hab ich nach der Notbremse unter meinem Stuhl gegriffen … war aber nix außer nen Haufen oller Kaugummis drunter…. Und als es dann hieß: “Kraft meines Amtes, erkläre ich Sie nun offiziell zu Mann und Frau” … hab ich verzweifelt und mit Panik in den Augen nach dem grünen EXIT Schild gesucht … da war’s dann aber schon zu spät. JUST MARRIED ! well then
( Sie: Zur Erinnerung: DU hast MICH gefragt!)
Als wir aus dem Standesamt kamen empfingen uns Freunde und Familie mit einem Haufen Seifenblasen als Alternative zu Reis und was da sonst noch so geschmissen wird. Reis etc. ist ja verboten in öffentlichen Gebäuden, wer soll denn für die Reinigung aufkommen
. Was uns übrigens sogar schriftlich mitgeteilt worden ist. Wäre da jemand nach unserem Verlassen auf der Seife ausgerutscht, hätten wir das wohl bis heute mitbekommen. War wirklich schön ! Danke !
Nach einem ausgiebigen Mittagsessen von ca. 1/2 Weißwurst und einer halben trockenen Brezel (in unserem Fall, mehr haben wir nicht runtergekommen, Liebe geht halt doch durch den Magen unso), hatten wir Gelegenheit uns für den Abend noch etwas auszuruhen und zu entspannen. Was sich bei mir mit Text lesen – umschreiben – lesen – umschreiben gestaltete. An dieser Stelle ein DICKES DANKE an Christian und Alex für Euer geduldiges Zuhören. Gisela widmete sich derweil den letzen Stylingfragen und ging zum Friseur. (Sie: Hat sich ja wohl auch gelohnt, oder?) (Er: Naja *duck*)
Für 16.45 haben wir uns das Taxi bestellt und es gab kein zurück mehr. Wir dachten wir hätten den schlimmsten Teil schon hinter uns. Angekommen in der Villa Flora überwältigte uns der Anblick des Ganzen. Deko – Sound – und die verdächtige Tatsache, dass wir nicht ganz unschuldig an dem Ganzen sind. Es sah – wirklich – super aus. Was mich emotional noch mehr nach hinten schmiss, aber da mussten wir jetzt durch …
17.30 Gut ! Einladung für 18.00 Uhr. Noch 30 Min. – ne Kippe rauchen, Banane essen und noch mal durchschnaufen. 17.40! Was machen unsere Familien schon hier???… Macht nichts. Los geht’s! Das nächste mal als wir auf die Uhr schauten war es 20.XX und wir hatten 85 Leute im Haus oO *ich muss weg*
Nachdem alle, mit teilweise nur mittelkurzem Smalltalk, erfolgreich empfangen worden sind, und Ihre Plätze gefunden und eingenommen hatten, fiel mir plötzlich die unwiderrufliche Tatsache ein, das bald mein großer Auftritt kommt – jippy! Mir war so was von schlecht ! Ok fix n Glas Cola an der Bar bestellt und mich der Realität gestellt (Sie: Vodka wär schlauer gewesen) (Er: Nen Doppelter noch besser) -> die Erleichterung danach hab ich in Körperteilen gespürt die mir bis dato verborgen geblieben sind. Bin ich froh das Gisela bei mir geblieben ist – wo hätte sie auch sonst sein sollen, gibt’s übrigens auch nen paar nette Fotos von.
Paps Vortrag nach der Vorspeise, über unsere Jugend, war … naja fragen wir uns alle mal wie das so sein könnte wenn unsere heißesten Fotos aus den Jahrgängen 0 – 25 mit fiktiven Aussagen gemischt unters Publikum getragen werden. Sehr witzig als Sie mir erzählten das sie 3 Wochenenden mit mehreren 100 Fotos aufm Boden im Wohnzimmer saßen und diese mit Giselas Jugendsünden mischen mussten – geschieht Euch ganz recht ! – kleiner Scherz am Rande, es war wirklich bezaubernd und wunderschön, danke
(Sie: Hätte ja auch ganz schön peinlich werden können.)
Der Abend nahm seinen Lauf ohne nennenswerte Probleme, als ich auf der Herrentoilette Julius (aus meiner Kindergartenrasselbande) begegnete. Bla Bla alles klar – er müsse eben noch fix was erledigen … ähm ja ? ok – what ever
… 5 Min. später erfreute er uns eines sehr netten bayrischen Gedichtes über “Zweisamkeit” der oide mo ko wengs bayrisch ! (Literaturhintergründe auf Anfrage
)
Die Reden waren geschwungen, die Party konnte steigen. Danke Hüsna und Termeh, aber hatten wir den Eröffnungstanz nicht gestrichen? Geplant war da jedenfalls nix. Schwamm drüber, richtige Aktion zur richtigen Zeit. Woher könnt Ihr so gut improvisieren??? Die Musik animierte Jung und älter, klein und größer, sogar hochschwanger und mittelschwanger eine flotte Sohle aufs Parkett zu legen. Danke an Florian Bindl. Wenn Ihr einen DJ braucht, könnt Ihr ja Kontakt über unseren Link aufnehmen. Wir für unseren Teil, haben jede Menge Spaß gehabt und es fällt schwer das zu beschreiben. Schaut Euch einfach die Bilder an.
Sorry Mädels, das die Brautentführung nicht funktioniert hat. Aber wir hatten einen Deal. (Sie: Mein Papa hat mir schon gesagt ich solle mich nicht klauen lassen als ich damals nach München gezogen bin. Man tut was einem die Eltern sagen!) (Er: Und ich hab gesagt, wenn Dich jemand entführt, nehme ich die Umschläge und geh in Puff!
)
Um 2.00 Uhr wurde dann die Musik runter gedreht und der harte Kern der sich gebildet hatte und bis zum Schluß noch die Tanzfläche besetzt hielt (ACDC auf unserer Hochzeit hätten wir nun auch nicht gedacht, aber Du hattest Recht DJ), wankte nun auch nach…. wer weiß wohin…. Da steht noch offener Wein auf dem Tisch? Aufgabe: Der muss weg! Fazit des Abends: 85 Personen – 82 Flaschen Wein – 2 oder 3 doch nicht mehr geschafft- und eine tolle Stimmung. Haben die Einwegkameras auf den Tischen eigentlich bleibende Schäden hinterlassen? Kann passieren wenn man sich selbst so oft mit Blitz selbst fotografiert. Um 4.00 Uhr sind wir dann jedenfalls todmüde mit dem Taxi heim.
Am Samstag haben wir uns erst einmal in Ruhe über den vergangenen Tag unterhalten und ausgetauscht. Man bekommt selbst ja doch nur die Hälfte mit. Zum Glück sind wir ja zu zweit;) Das Ergebnis waren dann Lachtränen und Freudestrahlen. Wir haben uns dann sortiert und noch mit Giselas Familie zum Abendessen getroffen die ja noch 800km Heimreise vor sich hatte und diese am Sonntag antreten wollte. Danach haben wir allerdings noch eine Flasche Prosecco aufgemacht, uns auf die Couch gesetzt und uns jedem einzelnen Geschenk und Umschlag gewidmet. Wir dachten das machen wir mal eben so. Da haben wir falsch gedacht. Uns haben so liebe Briefe, Karten, Gedichte und tolle Ideen erwartet, das wir zum Teil „Rotz und Wasser geheult“ haben und es uns einfach die Sprache verschlagen hat. Danke!
Für uns war das wirklich unser schönster Tag
Thx @ all 4 coming – pls watch the pics
CU Mr. & Mrs.P
